nischen Inhaltsstoffen geeignet, die wegen hoher Salz- oder Sulfatfracht nicht anaerob behandelt werden können.

Ein Schritt weiter: Integriertes Wassermanagement

Wasserrecycling lohnt sich überwiegend dann, wenn schwach verunreinigte Ströme kostengünstig mit wenig Aufwand wiederaufbereitet werden können. Bei Strömen, die nicht nur hohe Konzentrationen an Verunreinigungen aufweisen, sondern dazu auch noch Stoffe unterschiedlichster chemischer und physikalischer Eigenschaften enthalten, ist Wasserrecycling weniger effizient durchzuführen. Meistens ist die Grundvoraussetzung für Wasserrecycling deshalb die Etablierung eines effizienten Wassermanagements, um die besonders recyclingfähigen Abwässer von den weniger recyclebaren zu trennen.

Die Optimierung des Stoffstrommanagements ist ein hoch komplexes Unterfangen. Zu berücksichtigen sind die Auswirkungen auf Prozesse und Produkte ebenso wie Wechselwirkungen mit dem Energie- und Personalaufwand und die ökonomischen Zusammenhänge. Da der Aufwand für das produktionsintegrierte Wassermanagement groß ist, wird die Nachrüstung bestehender Anlagen in aller Regel nicht wirtschaftlich sein. Doch bei der Neuplanung oder Erweiterung von Anlagen können solche Konzepte von vornherein berücksichtigt werden; auf lange Sicht werden die Investoren mit erheblichen Einsparungen bei Energie und Wasser belohnt. Auch das Recycling von Wertstoffen kann dadurch erheblich erleichtert werden, und indem Emissionen von vornherein verhindert werden, reduziert sich der nachgelagerte Aufbereitungsaufwand.

Im Unterschied zu integrierten Verfahren sieht der additive Ansatz die Einführung zusätzlicher nachgelagerter Prozessschritte vor. Es gibt erfolgreiche Beispiele zu einem kontinuierlichen Übergang zwischen innerbetrieblich angewandten additiven und integrierten Maßnahmen. So setzt die Heiß-Nanofiltration direkt am Färbe- oder Waschprozess mit Wasserrecycling und gleichzeitiger Energieeinsparung an. Ionentauscher werden zur Reinigung von Spülwasser in der Oberflächenveredelung eingesetzt. Andere erfolgreich umgesetzte Beispiele sind der Einsatz der Membranfiltration beim Wasserrecycling in der Lebensmittel- und in der Getränkeindustrie. Die meisten dieser innerbetrieblichen Recyclingprozesse setzen in der Nähe oder direkt an der Quelle an, da die Komplexität der Wasserinhaltsstoffe dort begrenzt ist und den Betrieb der additiven Verfahren mit geringem Aufwand ermöglicht.

Fazit: Angesichts der Herausforderungen kann sich China zu einem Pilotland für fortschrittliches Prozesswassermanagement entwickeln. Eine Vielzahl von Technologien steht dafür zur Verfügung. Im Rahmen der AchemAsia vom 13.-16. Mai 2013 in Beijing werden in der Ausstellung und im Kongressprogramm die neuesten Entwicklungen vorgestellt.

 

 

(Die Trendberichte werden von internationalen Fachjournalisten zusammengestellt. Die DECHEMA ist nicht verantwortlich für unvollständige oder falsche Informationen. Der vorliegende Trendbericht basiert teilweise auf Inhalten der Trendberichte "Biobased Chemicals" und "Plants for plants", die zur ACHEMA 2012 erstmals veröffentlicht wurden.)

 

 


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